Heizen mit Ökostrom

Vorteile bei Speicherheizungen und Wärmepumpen

Die Energiewende hält Einzug in deutsche Haushalte. So findet das Thema Ökostrom auch bei der Beheizung zunehmend stärkere Beachtung. Zu den mit Strom betriebenen Heizungssystemen gehören unter anderem Wärmepumpen und Speicherheizungen. Letztere beziehen Strom aus der Steckdose und erzeugen damit Wärme für den Wohnraum. Aber auch Wärmepumpen nutzen Strom zum Antrieb des Motors, der ein Kältemittel in der Pumpe verdichtet und erhitzt, damit dieses seine Wärme im Wärmetauscher an das Heizwasser abgibt.

Mit dem Bezug von Ökostrom schützen Heizungsbesitzer die Umwelt und profitieren von Einsparpotenzialen bei der Nutzung von Speicherheizungen und Wärmepumpen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, Ökostrom beim öffentlichen Grundversorger oder bei einem Ökostromanbieter zu erwerben. Der Bezug bei einem Grundversorger ist im Vergleich zum Erwerb bei einem Ökostromanbieter meistens jedoch die teurere Variante.

Hier erhalten Sie wissenswerte Infos, wann und unter welchen Voraussetzungen sich ein Tarifwechsel vom örtlichen Grundversorger zum Ökostromanbieter lohnt.

Was ist Ökostrom?

Ökostrom wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne oder Erdwärme gewonnen und somit aus Ökokraftwerken geliefert. Aber auch Holz und Getreide können für dessen Erzeugung genutzt werden. Laut Verbraucherzentrale lassen sich mit dem Einsatz von Ökostrom und einem Verbrauch von 3.600 kWh innerhalb eines Jahres rund 150 Euro im Vergleich zum herkömmlichen Haushaltsstromtarif einsparen. ¹ Hier kommt es jedoch immer auf den jeweils abgeschlossenen Ökostromtarif sowie die geltenden Tarife des Grundversorgers an.
Ökostrom lässt sich auch für die Beheizung auf verschiedenen Wegen einsetzen. Werden Speicherheizungen anstelle des Haushaltstroms fortan mit Ökostrom betrieben, können diese trotz des hohen Bezugs an Strom einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Für Wärmepumpen bieten Ökostromanbieter mittlerweile sogar einen eigenen Wärmepumpenstromtarif an. Wichtig ist die Auswahl eines seriösen Ökostrom- bzw. Wärmepumpenstromanbieters, um sicherstellen zu können, dass es sich beim Bezug des Stroms auch tatsächlich um Ökostrom handelt. Dies wird aufgrund mangelnder Kontrollmechanismen häufig erschwert. Ein erster Hinweis für einen vertrauenswürdigen Ökostromanbieter ist die Auszeichnung mit einem Siegel.

Ökostrom und Wärmepumpen

Je nach genutzter Wärmequelle lassen sich verschiedene Arten der Wärmepumpe unterscheiden. Wird zum Beispiel Luft als Energielieferant genutzt, spricht man von einer Luftwärmepumpe. Sie entzieht der Außenluft Wärme und leitet diese an einen nachgeschalteten Wärmetauscher weiter. Mithilfe des Wärmetauschers gibt die Luft ihre Wärme an ein Kältemittel ab, das bereits ab Temperaturen von 0 Grad zu sieden beginnt und einen gasförmigen Aggregatzustand annimmt. Damit das Kältemittel die gewünschte Temperatur von beispielsweise 55 Grad Celsius erreicht, wird ein Motor, der sogenannte Kompressor, benötigt. Er steigert den Druck des gasförmigen Kältemittels und erhöht auf diesem Wege dessen Temperatur. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, gibt das Kältemittel seine Wärme an einen zweiten Wärmetauscher ab. Dieser nimmt die Energie auf und überträgt die Wärme an das Heizwasser. Je geringer die Differenz zwischen den Temperaturen der Wärmequelle - also hier der Luft- und dem Vorlauf der Heizung sind, umso effizienter arbeitet eine Wärmepumpe. Dazu ein kleines Beispiel: Im vorliegenden Fall wird eine Fußbodenheizung mit einer Luftwärmepumpe kombiniert. Fußbodenheizungen benötigen Vorlauftemperaturen von 35 Grad Celsius. Je wärmer die Außenluft nun ist, umso weniger elektrische Energie muss aufgewendet werden, um die Temperatur des Kältemittels in der Pumpe auf die gewünschte Vorlauftemperatur von 35 Grad zu bringen. Im Winter kühlt die Außenluft jedoch auf Minusgrade herunter und vergrößert damit das Temperaturgefälle zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur der Heizung. Die Folge daraus ist ein erhöhter Stromverbrauch. Wer dabei auf elektrischen Haushaltsstrom vom öffentlichen Grundversorger setzt, läuft Gefahr mit hohen Stromabrechnungen und Umweltbelastungen konfrontiert zu werden. Denn der Strom stammt unter Umständen aus Kraftwerken, die die Energie aus fossilen Brennstoffe wie Kohle oder Gas in elektrischen Strom umwandeln. Dabei wird immer nur ein kleiner Teil der Energie in elektrische Energie überführt. Der nicht nutzbare Energieanteil wird als ineffizienter Energieverlust an die Umgebung abgegeben.
Selbst Erdwärmepumpen, die hinsichtlich des Stromverbrauchs als effizient gelten, benötigen Strom zu einem Mindestanteil von 25 Prozent, um Energie für die Beheizung bereit zu stellen. ² Sie entziehen dem Erdinneren über Sonden oder Kollektoren Wärme. Im Vergleich zur Luft weist Erdwärme das ganze Jahr über konstante Temperaturen von 8 -12 Grad auf und entlastet die Pumpleistung im Vergleich zur Luftwärmepumpe damit vor allem in den Wintermonaten. Damit Wärmepumpen ihrem Image als umweltfreundliche Heizungsart aber trotz dieses notwendigen Strombezuges treu bleiben, bietet sich der Betrieb mit Ökostrom an.
Im Idealfall wird der Ökostrom mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach selbst erzeugt. Aber auch Hausbesitzer, die keine Solarmodule für die eigene Stromproduktion besitzen, sind keinesfalls im Nachteil. Denn Ökostrom für die Wärmepumpe muss nicht zwingend selbst erzeugt werden, sondern kann auch vom Ökostromanbieter zu einem günstigen Preis erworben werden. Für diesen speziell ausgelegten Wärmepumpentarif wird immer ein zweiter Stromzähler installiert. Dieser muss so eingerichtet sein, dass der Netzbetreiber ihn bei Bedarf abschalten kann. Im Gegenzug haben die Verbraucher Anspruch auf reduzierte Netznutzungsentgelte. Daraus resultieren im Wesentlichen die Preisvorteile gegenüber den herkömmlichen Haushaltsstromtarifen vom örtlichen Grundversorger.
Weitere Informationen rund um die Wärmepumpe und andere regenerative Heizarten erhalten Sie auch auf der Seite von Kesselheld.

Ökostrom und Speicherheizung

Großer Kritikpunkt an einer Speicherheizung ist der vergleichsweise schlechte Wirkungsgrad. Dieser beschreibt das Verhältnis aus zugeführter Energie und der Energie, die für die Beheizung im Endeffekt zur Verfügung steht. Für die Erzeugung von Haushaltsstrom aus Kohlekraftwerken werden fossile Brennstoffe, wie Gas oder Kohle verwendet. Hohe CO2 Emissionen und steigende Energiekosten sind die bekannten Folgen. Aus diesem Grund geraten Nachtspeicherheizungen immer wieder in die Kritik und liefern auch auf umweltpolitischer Ebene Diskussionsstoff, der ab 2020 zu einem Verbot von Speicherheizungen in Gebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten führen sollte. Dieses wurde jedoch im Mai 2013 wieder aufgehoben. Grund dafür ist der steigende Überschuss an Ökostrom. Speicherheizungen sind in der Lage, überschüssigen Ökostrom aus dem Netz zu ziehen und zu verarbeiten. Damit leisten Sie ebenfalls einen Anteil am Klimaschutz. Dies setzt jedoch auch voraus, dass der Ökostrom gewissen Qualitätsstandards entspricht, die sich beispielsweise an einer TÜV Zertifizierung, am Grünen Strom- oder ok-Power-Label erkennen lassen. Sie geben Aufschluss darüber, wo der Strom herkommt bzw. wie er erzeugt wurde.

Auch beim Einsatz von Speicherheizungen bietet Ökostrom gegenüber dem Bezug von Haushaltsstrom vom örtlichen Grundversorger Einsparpotenziale. So zeigt auch die Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität aus dem März 2016, dass ein Single- Haushalt beispielsweise in Berlin bei einem Jahresstromverbrauch von 2.000 kWh bei der Nutzung von Ökostrom 20,1 Prozent der Kosten gegenüber herkömmlichem Haushaltsstrom einspart.

Was ist zu beachten?

Wer sich für den Bezug von Ökostrom entscheidet, sollte einen seriösen Anbieter mit fairen Vertragskonditionen auswählen. Diese sollten angemessene Kündigungsfristen von 6-8 Wochen beinhalten.
Viele Anbieter werben mit Neukundenboni. Sie werden bei Vertragsabschluss gewährt, wenn der Verbraucher zu einem anderen Anbieter wechselt. Ein solcher Neukundenbonus wird auf den Gesamtpreis erhoben und mit der Jahresabrechnung gutgeschrieben. Beachten sollten Sie jedoch, dass der Bonus lediglich für ein Jahr gilt. Für die darauffolgenden Jahre wird dieser nicht mehr ausgezahlt. Lassen Sie sich deshalb nicht von solchen Boni blenden, sondern prüfen Sie die gesamten Konditionen Ihres präferierten Ökostromanbieters. Lassen Sie sich zusätzlich alle Kostenbestandteile genau erklären. So erhalten Sie von Anfang an den genauen Überblick über die zu erwartenden Kosten.
Mein Name ist Kerstin Bruns und ich arbeite als Online Redakteurin bei Kesselheld. Der Heizungsmarkt ist ein sehr spannendes und stetig wandelndes Marktsegment. Die Recherche neuer Trends aus den Bereichen Energie, Strom, Smart Home und Heizungen ist meine große Leidenschaft. Leser über wissenswerte Informationen und Hintergründe zu erneuerbaren Energien und technischen Entwicklungen zu informieren macht meine Arbeit zu einem abwechslungsreichen und vielseitigen Arbeitsumfeld. Zu vielen weitere Themen aus dem Heizungssegment berichte ich neben anderen Autoren im Kesselheld Blog.

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